Feuerwehrübung

Die Anregung zu einer Feuerwehr-Übung kam aus dem Projekt Golf & Natur, an dem der Golfclub Schloss Myllendonk teilnimmt und bisher die Zertifizierung Bronze erreicht hat.

Nachdem unser Bienen-Projekt neben der Blumenwiese zwischen den Löchern 2 und 13 nach Aussage unseres Imkers Dr. Andreas Meyer hervorragend angelaufen ist, können wir Hoffnung haben, dass wir die Golf & Natur-Punkte werden verbuchen können. Die Bienen fühlen sich dort wohl und produzieren tüchtig Honig. Weitere Punkte können wir mit der Durchführung einer Feuerwehr-Einsatzübung „verdienen“.

Am Samstag 15.07.2017 rückten 3 Einsatz-Löschfahrzeuge des Feuerwehr-Löschzugs Korschenbroich und der –Löschgruppe Herrenshoff mit ca. 20 bis 25 Feuerwehrleuten an, nachdem die vorher bewusst nicht eingewiesenen Feuerwehrleute wenige Minuten vorher diese Lage erfuhren: „Brandqualm im Betriebshof des Golfclub Schloss Myllendonk an der Zollhausstraße vermutlich mit 2 bis 3 Leuten im Gebäude“.

Die Feuerwehrmänner saßen ab, rollten ihre Schläuche aus und stellten die Verbindung zur nächsten Wasserentnahmestelle auf der Zollhausstraße in etwa 30 m Entfernung her. In einem wirklichen Notfall wäre möglicherweise das Wasser des Teichs an Grün 2 mit eingesetzt worden. Wegen der dort lebenden Glaskarpfen wurde von dieser Möglichkeit bei der Übung jetzt abgesehen.

Die rückwärtige Zugangstür und das große Tor wurden geöffnet, grauer Qualm (Theaterqualm oder –nebel, den der Einsatzleiter Daniel Schlagmann eine halbe Stunde vor Beginn der Übung im Düngemittel-Raum des Betriebshofs initiiert hatte), quoll aus dem Gebäude. Feuerwehrleute mit Wärmebild-Kamera arbeiteten sich in den voll besetzten Hallenraum vor. Mit bloßen Augen konnte man nichts mehr sehen. Überall war Qualm. Mit der Wärmebildkamera hingegen waren die Personen gut sichtbar, ebenso die „erwärmte“ Tür zum Düngemittelraum und die „brennenden“ Materialien. Wasserschläuche wurde in den Bereich des Brandes gezogen, keine leichte Aufgabe angesichts der völlig besetzten Halle.

Eine erwachsene Person und 2 Kinder (alles ausgestopfte Puppen) wurden aus dem verqualmten Raum „gerettet“ und bei frischer Luft im Hof des Betriebshofs in stabile Seitenlage gebracht. Entsprechend geschulte Feuerwehrleute mit Helfer-Ausrüstung sorgten für Erste Hilfe.

Erst ein, dann später zwei leistungsstarke Lüfter wurden vor die Eingangstüre positioniert, das Lüftungsfenster im Düngemittelraum sperrangelweit geöffnet. Mit starkem Druck, später quasi im Turboverfahren verstärkt durch den zweiten Lüfter unmittelbar dahinter wurde der Qualm quer durch die Halle und das offene Fenster aus dem Bau herausgedrückt. Der Einsatz der Lüfter ist situationsabhängig. Was hier so wie beschrieben angeraten war, kann möglicherweise aber auch Feuer entfachen. Die Einsatzleitung hat die Verantwortung für das richtige Verfahren.

Break in dieser Phase der Übung: alle Feuerwehrleute stellten sich im Hof in eine Runde, wo sie es die Fußball-Mannschaften vor der Verlängerung tun, und besprachen Details des Vorgehens. Was hat gut geklappt, was war problematisch, worauf wäre noch zu achten gewesen? Die jungen, möglicherweise noch nicht so erfahrenen Feuerwehrleute profitierten von der Kompetenz und den Erfahrungen der älteren Kollegen. Beispiele aus anderen Übungen und realen Einsätzen wurden reflektiert und Risiken aufgezeigt.

Weiter ging es mit der Übung. Unterstellt, dass der Brandherd gefunden und das kritische Material gelöscht und ggfs. aus dem Gebäude heraus geholt wurde, bleibt zu prüfen: kann sich das Feuer noch mal wieder entfachen? Glimmt noch etwas? Erst wenn alle Risiken ausgeschaltet sind, kann die Feuerwehr sich zurückziehen. In unserem Fall war die Situation natürlich entspannt und das geordnete Aufräumen, Einrollen der Schläuche, Vorbereitung zur Reinigung Routine.

Fazit: die Feuerwehr war zufrieden, Dave Bartley und Peter Géronne auch. Sie hatten erlebt, mit wieviel Kompetenz und Einsatzwillen die drei Lösch-Trupps der Korschenbroicher und Herrenshoffer Feuerwehr einen fiktiven Fall am Betriebshof angefasst haben. Der Golfclub kann froh sein, eine solche potentielle Hilfe hinter sich zu wissen, für den Fall, dass mal ein realer Notfall besteht.

Dank an die Korschenbroicher Feuerwehr, allen voran Ralf Grobbosch und Daniel Schlagmann.