Liebe Mitglieder, 

 

anbei möchte ich Ihnen einen Bericht über ein Symposium zu Golf und Natur aus den Online Magazin „golf.de“ ans Herz legen, an welchem ich teilgenommen habe. Unser Club war einer der Ersten, die sich dem Thema G&N angenommen haben. Allein die Tatsache, dass im Jahr 2025 die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landesgolfverband NRW und dem Naturschutzbund NRW in Myllendonk besiegelt wurde, würdigt unsere Bemühungen in Sachen Klima- Umwelt- und Naturschutz.

 

Auch wurde unser Club von den Referenten des Öfteren lobend erwähnt. Ein Golfplatz ist ein wichtiges Areal für Klimaschutz und Biodiversität. Sie finden viele Beispiele hierfür auf dem Platz.

 

Viel Spaß beim Lesen des untenstehenden Artikels.

 

Gruß Eugen Viehof

 

Golfplätze als Lebensraum für Artenvielfalt

26. Oktober 2026 , Stefan Blümer

 

Beim 2. Symposium „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt“ ziehen der Golfverband Nordrhein-Westfalen und seine Partner im GC Mettmann eine positive Zwischenbilanz. Rund 40 Golfanlagen engagieren sich inzwischen im gemeinsamen Projekt für mehr Biodiversität. Vertreter aus Politik, Naturschutz und Golfsport diskutieren über konkrete Maßnahmen, Fördermöglichkeiten und die Chancen einer noch engeren Zusammenarbeit.

 

Mettmann – Zwei Jahre nach dem ersten Symposium im GC Hubbelrath, bei dem der Golfverband Nordrhein-Westfalen (GVNRW), der Deutsche Golf Verband (DGV) und das NRW-Umweltministerium eine formelle Kooperation zum Schutz der Artenvielfalt geschlossen hatten, stand im GC Mettmann die praktische Umsetzung im Mittelpunkt. Seit Juli 2025 ist auch die Zusammenarbeit mit dem NABU NRW vertraglich vereinbart.


 

Hans-Georg Blümer, Geschäftsführer des GVNRW, begrüßte die Gäste und zog eine positive Zwischenbilanz. Rund 40 Golfanlagen haben sich inzwischen dem Projekt „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt“ angeschlossen. Greenkeeper, Mitglieder, Vorstände und ehrenamtliche Umweltgruppen schaffen Blühwiesen, pflegen Gewässer und Gehölze oder bieten mit Nistkästen und weiteren Maßnahmen neue Lebensräume für Tiere.


 

Wie ernst das Thema inzwischen genommen wird, zeigte Gastgeber GC Mettmann. Präsident Torsten Alfes stellte das Konzept „Countryside Golf – Golfleidenschaft und Naturerlebnis“ vor. Von den 93 Hektar Gesamtfläche werden lediglich 40 Prozent für den Golfsport genutzt. Das Thema Natur ist fester Bestandteil der Vereins- und Vorstandsarbeit. Die von Halvor Hipp geleitete Naturgruppe zählt 80 Mitglieder und wird unter anderem von Irina Ludewig und dem ehemaligen Clubpräsidenten Michael Lauer unterstützt.

 

Artenvielfalt unter Druck

 

Andre Seitz vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW (MUNV) überbrachte die Grüße von Umweltminister Oliver Krischer und stellte die im September 2026 fortgeschriebene Biodiversitätsstrategie des Landes vor.

 

 

Die Zahlen machen deutlich, wie groß die Herausforderungen sind. In Nordrhein-Westfalen kommen rund 42.500 Arten vor, darunter etwa 25.000 Insektenarten. Mehr als 44 Prozent der untersuchten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Indikator für Artenvielfalt und Landschaftsqualität entwickelt sich seit Jahren negativ.


 

Die neue Landesstrategie setzt deshalb verstärkt auf die ökologische Aufwertung bestehender Flächen, die Vernetzung von Lebensräumen und die Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Partnern. Golfanlagen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten.


 

Dass dieses Engagement auch finanziell unterstützt wird, zeigte Seitz anhand der NRW-Umweltschecks Naturschutz. Sieben Anträge aus dem Golfbereich wurden 2026 bewilligt. Gefördert werden unter anderem heimische Gehölze, Wildblumenwiesen, Nisthilfen und die Pflege einer Streuobstwiese im GC Mettmann. Auch im kommenden Jahr soll das Programm fortgesetzt werden, bei dem die Förderung mit minimalem bürokratischem Aufwand in Aussicht steht.


 

Eine wichtige Botschaft richtete Andre Seitz an die Golfclubs, die aus Sorge vor rechtlichen Einschränkungen bislang möglicherweise auf ökologische Aufwertungen verzichten. Nicht jedes Biotop unterliegt automatisch dem gesetzlichen Biotopschutz. Zudem sind unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen möglich. Naturschutzbehörden sollten deshalb frühzeitig als Partner eingebunden werden.


 

In der anschließenden Diskussion regte Hans-Georg Blümer ein Ampelsystem an, das Clubs bei der Einschätzung möglicher rechtlicher Folgen von Biotopmaßnahmen unterstützt. Michael Lauer sprach die unzureichende Finanzierung des Naturschutzes an. Andre Seitz verwies darauf, dass der nordrhein-westfälische Naturschutzetat seit 2011 zwar von 18 auf 50 Millionen Euro gestiegen sei, auf europäischer Ebene aber zusätzliche Mittel zur Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung fehlen.

 

Neue Clubs ausgezeichnet

 

Ein sichtbares Zeichen für die Entwicklung des Projekts setzten GVNRW-Präsident Jürgen-Peter Kretschmer und Andre Seitz bei der Übergabe der Urkunden an sechs neue Teilnehmer. Ausgezeichnet wurden der Essener GC Haus Oefte, der Westfälische GC Gütersloh, der Niederrheinische GC Duisburg, der G&LC Coesfeld, der GC Haan-Düsseltal und der GC Siegen-Olpe.


 

Zusätzliche gelbe Plaketten mit der Aufschrift „Wir fördern Artenvielfalt“ erhielten der GC Meerbusch, der G&LC Köln, der GC Mettmann und der GC Schloss Westerholt. Mit diesen Plaketten können die Clubs ihr Engagement auch nach außen noch deutlicher sichtbar machen.

 

NABU als Partner vor Ort

 

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW, stellte Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Golfanlagen und den regionalen Naturschutzgruppen vor. Der NABU verfügt in Nordrhein-Westfalen über rund 140.000 Mitglieder und eine breite regionale Struktur. Für Golfclubs bieten sich dadurch zahlreiche Möglichkeiten, gemeinsam mit fachkundigen Naturschützern konkrete Projekte umzusetzen. Blühstreifen, Wildbienenhabitate, Fledermauskästen, Trockenmauern und Nisthilfen sind einige Beispiele.


 

Naderer würdigte das Engagement der Golfanlagen, sprach aber auch Herausforderungen an. Artenschutzmaßnahmen müssen langfristig gepflegt und finanziert werden. Kritisch betrachtet der NABU unter anderem den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, nächtlich arbeitende Mähroboter und Fragen des Wassermanagements.


 

Die Zusammenarbeit bietet gleichzeitig die Chance, gegenseitige Vorbehalte abzubauen und vorhandenes Fachwissen zusammenzuführen. Noch stehen einzelne NABU-Ortsgruppen dem Golfsport skeptisch gegenüber. Praktische Projekte und persönliche Kontakte können hier viel bewegen.


 

Wie unkompliziert Artenschutz auf Golfanlagen sein kann, schilderte Dominik Stuhl vom NABU Wuppertal, der auch Mitglied im GC Mettmann ist. Sein besonderes Interesse gilt dem Steinkauz, der auf den unterschiedlich strukturierten Flächen der Golfplätze geeignete Lebensräume finden kann. Angepeilt ist in nächster Zukunft, auch Schleiereulen in Mettmann zu unterstützen.

 

Fledermäuse brauchen Vernetzung

 

Lucas Gülcan stellte ein fünfjähriges Projekt zum Schutz windkraftsensibler Waldfledermäuse vor. Von den weltweit rund 1.500 Fledermausarten kommen 22 in Nordrhein-Westfalen vor. Lebensraumverluste und Kollisionen mit Windkraftanlagen setzen einigen Beständen zu.


 

Ein Ziel des Projekts ist der Aufbau eines möglichst flächendeckenden Habitatnetzes. Golfanlagen könnten dabei eine wertvolle Rolle übernehmen. Fledermauskästen, die gemeinsam mit dem NABU kontrolliert und gepflegt werden, liefern Erkenntnisse über vorhandene Populationen. Die Anschaffung entsprechender Kästen kann über den NRW-Umweltscheck gefördert werden.


 

Auch die naturnahe Entwicklung von Baumbeständen einschließlich des Erhalts von Totholz bietet Chancen. Golfanlagen haben dabei den Vorteil, dass ihre Gehölzflächen in der Regel nicht forstwirtschaftlich genutzt werden.

 

Tue Gutes und rede darüber

Nach der Mittagspause, die intensiv für persönliche Gespräche und zum Netzwerken genutzt wurde, zeigte Dr. Gunther Hardt, Projektbeauftragter des DGV, welche Chancen das Engagement für den Artenschutz auch für die gesellschaftliche Wahrnehmung des Golfsports eröffnet.


 

Golfplätze bieten auf engem Raum eine außergewöhnliche Vielfalt unterschiedlicher Vegetationsstrukturen. Vom kurz gemähten Grün bis zum Hochwald finden sich zahlreiche Lebensräume, die gezielt aufgewertet werden können.


 

Gunther Hardt unterschied zwischen dem Qualitätsmanagementprogramm Golf&Natur, dem wissenschaftlich ausgerichteten Projekt GolfBiodivers und der Initiative Lebensraum Golfplatz, die vor allem auf Kooperationen mit Politik und Naturschutz setzt.


 

Entscheidend sei, das Engagement der Clubs über die Grenzen der Anlagen hinaus sichtbar zu machen. Führungen mit NABU-Gruppen, Umweltbildungsangebote für Kinder, Fledermausnächte, gemeinsame Pflegeaktionen oder Informationstafeln können Interesse wecken und Vorurteile abbauen.


 

Die Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen und Behörden erleichtert zudem den fachlichen Austausch und kann bei Genehmigungsverfahren helfen. Ein verbessertes Image des Golfsports sei dabei ein erfreulicher Nebeneffekt, dürfe aber nicht das eigentliche Motiv für den Artenschutz sein.


 

Hardt plädierte dafür, lieber wenige Projekte konsequent umzusetzen, statt möglichst viele Maßnahmen zu beginnen, die anschließend nicht dauerhaft gepflegt werden. Sein Appell an die Clubs: „Machen Sie wenig, aber das dafür richtig!“

 

Digitale Vernetzung und Praxis auf dem Platz

 

Dr. Peter Mullen von Sunbird Images stellte die in Nordrhein-Westfalen entwickelte Nature Golf App vor. Das Unternehmen hat bereits zahlreiche digitale Anwendungen für den Naturschutz entwickelt, darunter die NABU-Vogel-App, und war an der Entwicklung des KI-Fernglases Swarovski AX Visio beteiligt.


 

Die Nature Golf App soll keine weitere reine Bestimmungs-App werden. Unter dem Leitgedanken „Where Golf Meets Biodiversity“ steht vielmehr die Vernetzung von Golf und Artenschutz im Vordergrund.


 

Zum Abschluss des Symposiums verließen die Teilnehmer den Tagungsraum und gingen auf den Golfplatz. Bei einer gemeinsamen Begehung wurden sechs besonders wertvolle Naturschutzprojekte des GC Mettmann vorgestellt.


 

Damit endete das zweite Symposium dort, wo das gemeinsame Engagement seine Wirkung entfalten soll: auf den Flächen der Golfanlagen. Das Projekt „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt“ wächst weiter. Mit knapp 40 teilnehmenden Clubs, der Unterstützung des Umweltministeriums und der Zusammenarbeit mit dem NABU sind die Voraussetzungen geschaffen, um künftig noch mehr Flächen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt aufzuwerten.


 

Jürgen-Peter Kretschmer, der Präsident des Golfverbandes NRW, war vom Verlauf der Veranstaltung angetan und sieht viele positive Ansätze: „Der Golfsport in NRW versteht sich zunehmend als verantwortungsvoller Partner für Umwelt und Gesellschaft. Das 2. Symposium zeigt die Fortschritte der vergangenen zwei Jahre und zeigt, dass Golfanlagen einen wertvollen Beitrag für den Naturschutz leisten. Dadurch bietet sich die Chance einer besseren öffentlichen Wahrnehmung des Golfsports.“