Goldstatus bei Golf & Natur

Im Golfclub Schloss Myllendonk gehört das Bewusstsein für Ökologie zur Vereins-DNA.

Das konsequente und kontinuierliche Denken wie Handeln auf der Anlage am Niederrhein wurde jetzt mit Golf&Natur-Gold ausgezeichnet.

Korschenbroich ist eine gut 33.000 Einwohner zählende Stadt am Niederrhein und gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr. Unlängst ging es um Ausgleichsflächen für Industrieansiedlungen; eine Fragestellung, die bei den lokalen Medien eine prominente Rolle spielte. Im Golfclub Schloss Myllendonk mussten sie darob schmunzeln. Seit 1965 wird dort die Natur des historischen Schlossparks in den niederrheinischen Auen gehegt; längst darf das Ensemble – keine vier Kilometer vom Rathaus entfernt – getrost als grüne Lunge der Stadt angesehen werden. Gerade waren Dr. Günther Hardt, Auditor im Auftrag des Deutschen Golf Verbandes, und Jürgen Gaus von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) vor Ort, besichtigten, begutachteten, bewerteten und verliehen Myllendonk schließlich den goldenen Ritterschlag des DGV-Umwelt- und Qualitätsmanagement-Programms Golf&Natur.


Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Chronologie, die 2015 mit dem Bronzesiegel begann und 2018 stringent zu Silber führte, jedoch letztlich in der DNA des Clubs begründet und sogar in der Satzung verankert ist. „Golf und Natur wurden bei uns von jeher gelebt“, sagt Präsident Roger Brandts. „Als das Verbandsprogramm aufkam, haben wir in unserem Leitbild lediglich festgeschrieben, was immer schon war.“ Brandts weiß ebenso engagierte Mitstreiter um sich. Sein „Vize“ Eugen Viehof beispielsweise ist ein passionierter Ornithologe und fertigt schon mal höchstpersönlich Nistkästen für Eisvogel und Co. an. Course Manager David Bartley findet seit 26 Jahren in Myllendonk seine persönliche Erfüllung – „und der Platz spiegelt diese Hingabe und dieses Engagement wieder“, konstatiert Club-Manager und Ex-Hockey-Nationalspieler Ulrich Klaus-Sasserath.


Vor anderthalb Jahren hat er die Aufgabe in Myllendonk übernommen und mit dem von Vorgänger Peter Géronne eingeleiteten Konzept auch „meine eigene hohe Leidenschaft für Natur und Nachhaltigkeit“ in die Gold-Zertifizierung umgesetzt. Nicht zuletzt schließlich sind da Mitglieder wie das Ehepaar Sigrid und Dr. Andreas Meyer, Hobby-Imker, die auf einer Wiese am zweiten Abschlag zwei Bienenvölker aus ihrer privaten Zucht angesiedelt haben. „Wir sind ein traditioneller Club. Alle machen was dafür, sind engagiert und bringen sich ein“, sagt Klaus-Sasserath.


Myllendonk ist ohnehin splendide – erstaunlich, wie viel Golf und Natur auf die vergleichsweise geringe Fläche von 47 Hektar passen. Die 18 Bahnen schlängeln sich durch den „Vorgarten“ des trutzigen Wasserschlosses, verlaufen zwischen uraltem Baumbestand und neben den Grachten, die den Schlossgraben speisen. Die Böschungen und Uferbereiche der Grachten sowie des Flüsschens Niers, das kurz durchs Areal fließt, bleiben naturbelassen. Lediglich Disteln, Brennnesseln und nicht indigene Vegetation haben die Greenkeeper entfernt, um Lebens- und Bewegungsraum zu belassen für all das, was kreucht und fleucht.


Klaus-Sasserath: „Wir möchten für die Artenvielfalt mehr tun, als es der Platz eh schon hergibt.“ Das Credo in Myllendonk laute, ein Top-Level-Platz für Golfer und gleichzeitig ein idealer Lebensraum für Flora und Fauna zu sein, erläutert der Clubmanager: „Daher gehören Natur- und Landschaftspflege ebenso wie der Golfplatz selbst unabdingbar zu den Aufgaben des Greenkeeping.“ Sogar ein Lehrpfad wurde eingerichtet, um den rund 1.000 Mitgliedern „nahezubringen, was wir hier alles haben“: Waldkauz, Schleiereule und Turmfalke beispielsweise; Hasen, Kaninchen, Enten, Gänse und Nutrias zudem; überdies bedrohte Arten wie Hohltaube, Gebirgsstelze, Kleiber, Baumläufer und Fledermäuse. Und eine Schildkröte lebt gleichfalls auf der Anlage. Doch das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Oder wie Klaus-Sasserath es formuliert: „Der Eisvogel ist zwar plakativ, aber es geht um elementare Dinge. Die gesamte Natur ist das wahre Schauspiel.“


Mit diesem Prinzip und mit der Bereitschaft zum Einsatz haben die Myllendonker, die sich überdies von einem Unternehmen für Arbeitsschutz und -sicherheit beraten lassen, ihr heutiges Gold sukzessive erarbeitet. „Die Ziele, die der Golfverband hier verfolgt, passen sehr gut zu uns. Wir betreiben eine Freiluftsportart und machen uns die Natur für unseren Sport zunutze“, sagte Präsident Brandts beim Einstieg ins Programm anlässlich des 50-jährigen Bestehens 2015. Um das Fundament zu legen wurde damals ein Baumkataster und ein Biotop-Typenplan angefertigt, später kam ein Biotop-Managementplan dazu.


Nebst den gesundheitlichen Aspekten ist es vor allem die Ökologie, mit der Golf punkten und sich – bei aller Tradition – zukunftsorientiert legitimieren kann. In Myllendonk steht die Außendarstellung denn auch mit dickem Unterstrich im Lastenheft. Digital wie konventionell. „Die Öffentlichkeit soll wahrnehmen, dass wir als Golfclub nicht einfach nur der Sport- und Spielbetrieb sind, sondern ein Teil Natur und ein Teil von Korschenbroich“, verdeutlicht Clubmanager Klaus-Sasserath. „Vielen ist gar nicht bewusst, was wir an Sauerstoff liefern, was wir für die Tierwelt und den Erhalt der Landschaft tun.“ Siehe oben und die Debatte um Ausgleichsflächen. Daher will der Golfclub seine ökologische Bedeutung verstärkt im öffentlichen Bewusstsein implementieren – mit einer Erweiterung der Webseite, mit Öffentlichkeitsarbeit und Networking innerhalb des Gemeinwesens, mit einer bildstarken und informativen Broschüre, die öffentlich ausgelegt wird.


In den kommenden zwei Jahren steht außerdem das Projekt „Driving Range“ an – die Abschlagshütte soll neu errichtet werden. Derweil geht Course Manager Bartley auf dem Platz bereits ein weiteres Vorhaben an. Die Vegetationsinseln auf vereinzelten Bahnen sollen bis auf schmale Fahrtrassen miteinander verbunden werden, um der Tierwelt Bewegungskorridore und damit zusammenhängende Lebensräume anzubieten. Dafür lässt Bartley Rough-Flächen in den Bereichen nahezu zuwachsen, die ohnehin „carry“ überspielt werden. Sogar der Einbau von Verbindungstunneln für Kleintiere wird erwogen. Wie naturbelassene Flächen auf einem Golfgeläuf aussehen können, zeigt sich idealerweise auf den Löchern 12 und 13, die 2010/2011 auf Basis des vom damaligen Vorstandsmitglied Roger Brandts aufgestellten Masterplans zur Optimierung der gesamten Golfanlage komplett neu gebaut wurden und deren Randbereiche mittlerweile zu einer „Wildnis“ aus einheimischer Flora zugewachsen sind. Samt Obstbäumen. Dass es dafür hegender Hände und hohen Aufwands bedarf, um unliebsame Einschüsse auszumerzen, versteht sich von selbst. Die Grachten übrigens kommen nur ein Mal wirklich ins Spiel – vor dem 18. Grün, wo der Wasserlauf gern zu kurz geratene Annäherungsschläge schluckt. Erst recht, wenn man sich von der Kulisse des verschachtelten Backstein-Schlosses ablenken lässt. Und von der japanischen Blütenkirsche hinter dem Grün, sobald sie in den ersten warmen Apriltagen prachtvoll rosafarben und weiß erblüht. Nur zwei von dieser Art gibt es in der gesamten Region, ein treffliches „Signatur“-Gewächs für die Naturidylle Golfclub Schloss Myllendonk.


Text: Michael F. Basche


Informationen zum Text 25. August 2021 Golf&Natur Ansprechpartner Deutscher Golf Verband e.V. Deutscher Golf Verband e.V. Wiesbaden / serviceportal@dgv.golf.de 0611 99 020 0

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