AK 55-Senioren wieder im Lochwettspiel-Finale

Der Halbfinal-Tag der AK 55-Senioren des GC Schloss Myllendonk, immerhin Titelverteidiger, im prestigeträchtigen Wettbewerb „Mannschafts-Lochwettspiel der Rheinland-Senioren“ im GC Essen-Heidhausen begann mit einer Schrecksekunde, zwischendrin wurden es dann bange Minuten, und am Ende gab es zwei schöne Stunden!

Gute Laune - schon vor dem ersten Abschlag (v.l.): Franz Kutzhoff, Francis Finn, Egon Galinnis und Caspar Nonnenm hlen

Im Klartext zunächst die „Schrecksekunde“: Captain Wilfried Schmitz hatte beim Umpacken seiner Golfsachen aus seinem Fahrzeug in den GC Schloss Myllendonk-Mannschaftsbus seine Golfschuhe vergessen und stand in Essen-Heidhausen ohne Schuhwerk da. Einen Proshop im dortigen Club gab es nicht, und seine schwarzen Straßenschuhe erlaubten keinen Einsatz auf den Fairways und Grüns. Also kein Einsatz? Bis dann der immer perfekt ausgestattete Klaus Dicke vorfuhr und ein Ersatzpaar präsentierte. Kurze Anprobe, eine doppelte Schicht Socken, und schon war der Einsatz gesichert.

Die „bangen Minuten“: Mit einem eindrucksvollen 22,5 : 7,5-Viertelfinal-Erfolg über das Team der Golfriege ETUF Essen hatte sich der GC Essen-Heidhausen für das Halbfinale gegen den GC Schloss Myllendonk qualifiziert. Diesbezüglich waren dann auch die Mannen um Captain Wilfried Schmitz, die gleichermaßen im Viertelfinale stark aufgetrumpft hatten gegen den Essener GC Haus Oefte, mit einer gehörigen Portion Respekt in den Vorort im Essener Süden angereist. Jeweils 10 Spieler im gnadenlosen Wettspiel „Mann gegen Mann“ – und das bei wechselhaftem, regnerischem Wetter auf einem der anspruchsvollsten Golfplätze dieser Region. Rauf und runter, schräg und grade – für das „Flachland-Team“ vom GC Schloss Myllendonk eine ungewohnte und deshalb harte Bewährungsprobe.

Mit Optimismus auf die Runde (v.l.): Klaus Dicke, J rgen Ruppel, Wilfried Schmitz und Klaus Kraushaar (Fotos: Erwin Schneider)

Im Dreier-Zählrhythmus wurde dann zunächst an der „9“ zwischen- und an der „18“ dann abgerechnet. Ein Punkt für die gewonnenen ersten „Neun“, ein Punkt für die gewonnenen zweiten „Neun“, ein Punkt für den Gesamtsieg. Bei „all square“ logischerweise halbe Punktzahl“. 15,5 Punkte waren zum Sieg notwendig. Die Rechnerei ergab ein Wechselbad der Gefühle – mal lag der GC Essen-Heidhausen vorne, mal der GC Schloss Myllendonk. Beide Captains, Erwin Schneider vom GC Essen-Heidhausen und Wilfried Schmitz, standen mit „Rechenschieber“ auf der „18“, tippten die Ergebnisse in den imaginären Computer und am Ende spuckte dieser dann die Zahl von 17,5 Punkten aus für den GC Schloss Myllendonk und 12,5 für den Gastgeber aus Essen-Heidhausen.

Vom Regen gezeichnet, vom Sieg erfreut (v.l.): Wilhelm Krings, Klaus Weyl, Werner Krauss sen., Wilfried Schmitz und Veikko Aho; es fehlen Claus-Peter Doetsch, Francis Finn, Klaus Dicke, Caspar Nonnenmühlen und Andreas Rost.

 

„Das war aber mehr als knapp“, atmete Wilfried Schmitz erleichtert auf, „ein 3:0 zum Beispiel weniger, und schon wären wir zweiter Sieger gewesen!“ Und er war wieder mal stolz auf sein Team, das mit diesen Punktgewinnen für den neuerlichen Einzug ins Finale sorgte: Klaus Weyl und Claus-Peter Doetsch jeweils 3 Punkte, Andreas Rost, Wilfried Schmitz und Werner Krauss sen. je 2,5, Caspar Nonnenmühlen 1,5, Veikko Aho und Francis Finn je 1, Klaus Dicke 0,5. Untröstlich war Wilhelm Krings: „Ich hatte zwar Chancen, aber die habe ich nicht genutzt!“

Ein großes Kompliment richtete Wilfried Schmitz an die Adresse des 83-jährigen Werner Krauss sen. „Beeindruckend, wie er gepunktet hat auf diesem schweren Platz mit all’ seinen Schwierigkeiten.“ Und sein Essener Flight-Kontrahent Wolf Sieweke kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: „Werner, dein kurzes Spiel war ja Weltklasse. Das war großes Kino, gratuliere!“

Die zwei Stunden nach dem Sieg führten zwei sympathische Teams an einen Tisch zusammen mit Speis und Trank – und Wilfried Schmitz bedankte sich dann nicht nur für die sportliche Herausforderung auf dem Platz, sondern auch für die vorzügliche Bewirtung nach der Runde.

Somit stehen die AK 55-Senioren des GC Schloss Myllendonk zum fünften Mal hintereinander im Finale. Hier treffen sie entweder auf den GC Duvenhof oder den GC Hubbelrath.